Das ändert sich jetzt für Verbraucher
Seit dem 17. März 2026 gelten bei der Schufa neue Bewertungsmaßstäbe. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bringt das mehr Transparenz – aber auch weiterhin einige Herausforderungen. Hier ist der Überblick über die wichtigsten Änderungen die in erster Linie der Scorewert betreffen
Schufa-Auskunft und Scorewert
Ein Schufa-Eintrag ist ein einzelner Datensatz über Sie. Die Schufa sammelt solche Informationen aus Ihrem finanziellen Alltag.
Beispiele für Einträge:
- Eröffnung eines Girokontos
- Abschluss eines Handyvertrags
- Kreditaufnahme
- Kreditkarten
- Offene oder bezahlte Forderungen
- Mahnungen oder Inkasso-Fälle
Dieser Datensatz wird im Rahmen einer Schufa-Auskunft je nach Grund der Anfrage auszugsweise oder komplett übermittelt.
Schufa-Score – die Bewertung
Der Schufa-Score ist eine Zahl, die aus allen Einträgen berechnet wird.
Er zeigt, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie Ihre Rechnungen künftig bezahlen.
Einfach gesagt:
- Viele positive Einträge → hoher Score
- Negative Einträge oder Risiken → niedriger Score
Der Score entscheidet z. B.:
- ob Sie einen Kredit bekommen
- wie hoch die Zinsen sind
- ob ein Vermieter oder Anbieter Sie akzeptiert
Da viele Unternehmen oft nur den Score-Wert ansehen, ist er für Sie oft wichtiger als der komplette Datensatz.
Wichtig zu wissen: Konten im Ausland oder ausländische Kreditkarten haben keinen Einfluss auf den Schufa-Score, da sie in der Regel nicht in das deutsche Datensystem einfließen.
Was sich beim Score geändert hat
Die größte Neuerung: Das Bewertungssystem wurde stark vereinfacht.
Statt bisher rund 250 Einzelkriterien fließen jetzt nur noch 12 Faktoren in die Berechnung ein. Dazu gehören unter anderem:
- Alter der ältesten Kreditkarte
- Dauer der aktuellen Wohnadresse
- Anzahl neuer Konto- oder Kreditkartenanfragen in den letzten 12 Monaten
- Laufzeit bestehender Kredite
- Anzahl von Finanzanfragen im Handel oder bei Telekommunikation
- Bestehende Kredite und deren Status
- Zahlungsstörungen (z. B. offene Forderungen)
- Vorhandensein einer Identitätsprüfung
Das Ziel: Verbraucher sollen besser nachvollziehen können, wie ihr Score zustande kommt.
Wie Sie Ihre Scorewert erfahren
Eine wichtige Neuerung betrifft den Zugang zu den eigenen Daten:
- Der Schufa-Score kann jetzt jederzeit kostenlos online eingesehen werden
- Voraussetzung ist eine Registrierung auf der Schufa-Plattform
- Aktuell erfolgt die Identifikation über den Personalausweis mit Online-Funktion
In Zukunft sollen auch alternative Identifikationsverfahren (z. B. per Post oder App) möglich sein.
Unabhängig davon bleibt die klassische, kostenlose Selbstauskunft weiterhin bestehen.
Wie Sie den Scorewert beeinflussen können
Verbraucher können künftig besser nachvollziehen, wie sich ihr Verhalten auswirkt, zum Beispiel:
- Aufnahme eines neuen Kredits
- Kündigung einer Kreditkarte
- Häufige Anfragen bei Banken oder Online-Shops
Neu ist auch eine Art Simulation: Nutzer können sehen, wie sich bestimmte Entscheidungen theoretisch auf ihren Score auswirken würden.
Tipps für einen guten Scorewert
Wichtige Faktoren für einen besseren Schufa-Score:
- Pünktliches Zahlungsverhalten: Zahlen Sie Rechnungen, Ratenkredite und Handyverträge immer fristgerecht am besten innerhalb der Scontofrist.
- Wenig Kredite und Kreditkarten: Ein bis zwei Kreditkarten gelten als normal. Zu viele Konten und Karten wirken sich negativ aus. Daher ist es sinnvoll ein Konto im Ausland u unterhalten.
- Lange Vertragslaufzeiten & Bankbeziehungen: Bestehende, ordnungsgemäß laufende Verträge (z.B. Girokonto, Handy) über einen langen Zeitraum zeigen finanzielle Stabilität.
- „Konditionsanfrage“ statt „Kreditanfrage“: Bei einem Kreditvergleich reicht eine „Konditionsanfrage“ statt einer „Kreditanfrage“, diese hat keinen Einfluss auf den Scorewert.
- Datenpflege: Kontrollieren Sie Ihre eigenen Schufa-Daten regelmäßig und sorgen Sie für einen sofortige Korrektur von fehlerhafter oder veralteter Einträgen.